Regine Kuschke

American Beauties

Zur Serie „American Beauties“
Miss Beauty
American Beauty no.5
Öl auf Leinwand 140 x 120 cm, 2011

Die Serie „American Beauties“ thematisiert die Absurdität und das Obszöne amerikanischer Schönheitswettbewerbe für Kinder. Fünfjährige Mädchen werden gekleidet und geschminkt, um wie Pin Up Girls vor Erwachsenen auf einer Bühne zu posieren. Diese Veranstaltungen kopieren die Inszenierungsformen der Shows von und für Erwachsene. Im Verschwimmen der Grenzen zwischen kindlicher Makellosigkeit und lasziv, erotisch aufgeladener Inszenierung verbirgt sich die Gewalt der Perversion. Der Blick der Begierde auf ein erotisch konstruiertes Objekt borgt sich eine kulturell legitimierte Ästhetik......
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Miss Beauty
 
American Beauty no.4
Öl auf Leinwand 140 x 120 cm, 2011
 
   
Miss Beauty
 

American Beauty no.3
Öl auf Leinwand 140 x 120 cm, 2011

 

 
Miss Beauty2
 
American Beauty no.2
Öl auf Leinwand 140 x 120 cm, 2011
 
   
Miss Beauty2
 
American Beauty no.1
Öl auf Leinwand 140 x 120 cm, 2011
 


Die Inszenierungen dieser Schein- und Parallelwelten mit ihrer verführerischen Kraft, brechen über die Ästhetik der Wahrnehmung in die Realität der Zuschauenden ein und korrumpieren sie.
Die von Regine Kuschke gemalten Porträts lassen junge, erwachsene Frauen auf ihren Bildern vermuten. Doch der Schein trügt, sie sind nicht älter als sechs oder sieben. Das ist Teil der künstlerischen Strategie, welche die implizite Wirkungsweise dieser Wettbewerbe überhöht und dadurch das Prinzip verdeutlicht. Doch neben dieser explizit kritischen Intention gegenüber diesen Veranstaltungen, die sich den Betrachtenden erst in der Reflexion über den Kontext eröffnet, gibt es ein genuines Interesse an der Person dieser Kinder. Die Darstellung der Kinder im Porträt transformiert sie vom Objekt innerhalb einer Inszenierung zum eigenständigen Subjekt mit expliziter Bildwürdigkeit. Die Bilder zeigen die Mädchen, als wären sie schöne, junge Frauen, die um ihrer Person willen interessant und anschauenswert sind und nehmen sie, allein durch die gewählte Bildform, als Persönlichkeit ernst. Dadurch erhalten sie so etwas wie Würde, ohne das Groteske und Ambivalente, wie die Frisuren, die Schminke, die Kleidung und den Schmuck, der Situation zu verschleiern. Die Porträts setzen der ursprünglichen Aufladung als erotisches und voyeuristisches Objekt durch erwachsende Begierden, einen anderen und genaueren Blick entgegen.
In einem pathetischen Sinne könnte man auch von einem Akt der Intervention mit künstlerischen Mitteln, wenn auch nur im Bereich der Ästhetik, sprechen.

Stefan Pohl (Bildnisse, Regine Kuschke, Auszug)

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