denkraeume

Liebe Kunstfreunde und Freundinnen, liebe Regine Kuschke

„Die Malerei ist tot es lebe die Malerei“, ein Ausruf der erstmals 1839 erklang, als die ersten Vorläufer der Fotografie auf der Bildfläche erschienen.

Obwohl mehrfach für tot erklärt, ist die Malerei innerhalb der Kunst des 20. Jahrhunderts (das 21. Jahrhundert hat je erst begonnen), das bedeutendste Medium der bildenden Kunst geblieben.
Trotz der heftigen Angriffe, denen dieses Medium ausgesetzt war und ist, gelang es ihm immer wieder seine Existenzberechtigung zu  behaupten. In Abgrenzung zur Fotografie und zu den anderen innovativen Medien erwies sie sich stets aufs Neue als wandlungsfähiger und  schöpferischer denn je und trat in überraschender Vielfalt und stilistischer Bandbreite in Erscheinung. (...)
Die Ikonografie der Regine Kuschke evoziert so das Skurrile, das Märchenhafte.

„Der Unterschied zwischen Realität und Fiktion verschwindet“. „Räume werden angedeutet, die Orte bleiben aber ungeklärt und offen“, so Kuschke. Ihre Bilder sind oft wie ein eingefrorener Augenblick in irgendeinem Drama, dessen Ausgang offen ist. Es ist am Betrachter die Geschichte zu Ende zu erzählen. Beispielhaft erwähne ich an dieser Stelle die Papierarbeit mit dem Titel „Judith“. Fragile Schönheit und der intensive kindlicher Blick. Verkünden sie das Drama, durch den Dolch in kindlicher Hand?

Die Zeichnungen und das Oelbild, betitelt „Mann mit Rock, das sie in unserem sog. „Darkroom“ sehen. Geht es hier um sexuellen Missbrauch? Ist der Rock über dem Kopf des Mannes Beute, oder verdeckt er die Scham über die Tat. Die Antwort bleibt ungeklärt, ist aber Herausforderung. (...) Die Fragilität und Schönheit der kindlichen Seele, offenbaren sich in ihren Kinder-Portraits. Allen gemein ist, die Intensität des Blicks und die Zartheit und somit Verletzlichkeit der Haut. Alles dringt ein es gibt keine Schutzhülle nach Außen. (...) Im Grunde, glaube ich, dass alle Arbeiten eines Künstlers immer nur um ein einziges zentrales Anliegen oder Motiv kreisen. Und jedes Werk so etwas wie ein neuer, mehr oder weniger erfolgreicher Versuch ist, sich diesem Grundthema zu nähern, es sichtbar zu machen, zu fassen, zu formulieren, obwohl es im Prinzip immateriell, und daher nicht fassbar ist, und keine Form hat.

Ich möchte mit einen Zitat von Pablo Picasso schliessen und Sie den eigenen Betrachtungen und den Gesprächen mit der Künstlerin überlassen. "Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben." (...)
Angela Lenz 10.11.2013, Galerie Badenweiler